Ein Blick hinter die Kulissen

Kleine Artischockenkunde

SORTEN

Familie Theuringer verwendet für den Artischockenanbau Sorten, die für das Klima Österreichs geeignet sind. Die Kultur ist einjährig weil Artischocken nicht winterhart sind. Das Pflanzen erfolgt händisch von Ende April bis Mitte Mai. Auch die Ernte ist Handarbeit, dabei wird direkt am Feld nach vier verschiedenen Größen sortiert. Abhängig vom Wetter beginnt die Artischockensaison ca. Mitte Juli. Theoretisch wäre die Ernte bis zum ersten Frost möglich, wird aber meist Anfang bis Mitte Oktober beendet, um hohen Qualitätskriterien zu entsprechen.


ARTISCHOCKENBODEN

Der verdickte Blütenboden der Artischocke ist das, worauf es Genießer - neben dem Herzen und den verdickten Innenseiten der Blattansätze - besonders abgesehen haben. Feinspitze hacken ihn einfach klein und streuen ihn, ähnlich wie Schnittlauch, als feinherben Belag auf ein Butterbrot - und zwar roh.

ARTISCHOCKENHERZ

Unter dem Herzen versteht man die innersten Blätter von jungen, frischen Artischocken und den Blütenboden. Anders als die äußeren Hüllblätter können sie nicht nur zum Teil, sondern im Ganzen gegessen werden. Sie sind gelblich und weich.

ARTISCHOCKENSTIEL

Auch die Stielansätze von Artischocken sind essbar. Man muss sich allerdngs die Mühe machen, recht viel von der äußeren Rinde wegzuschälen, bevor man zum essbaren Stielteil kommt, der in Geschmack und Konsistenz dem Artischockenboden ähnelt.

HEU

Heu ist das, woraus sich später die Artischockenblüte entwickelt. Man findet es bei reifen Artischocken im Inneren der Knospe. Es handelt sich um ein fasriges, wolliges Gewebe, das man nicht essen kann und mt einem Messer oder Löffel herausschält. Wenn eine Artischocke überreif ist, ist der Heuanteil so groß, dass kaum etwas zum Essen übrigbleibt.


LAGERUNG

Artischocken sollen kühl gelagert werden, am besten im Kühlschrank bzw. Kühlraum. Zusätzlich kann man die Artischocken noch mit einem feuchten Tuch bedecken, um sie vor Austrocknung zu schützen. Am besten schmecken Artischocken, wenn sie frisch gegessen werden!

MEDIZINISCHE ASPEKTE

Artischocken sind ein altbekanntes und bewährtes Heilmittel. Kurz zusammengefasst bewirken die Inhaltsstoffe dieser Pflanze:

  • Anregung der Leber- und Gallenfunktion
  • Vermeidung bzw. Behebung von Verdauungsstörungen
  • Senkung der Zuckerwerte, Stärkung des Magens, Anregung des Appetits


Sowohl in den grünen Blättern, als auch im Blütenboden sind Bitterstoffe,
Caffeoylchinasäuren und Flavonoide enthalten. Diese Inhaltsstoffe fördern Gallenbildung und Gallenfluss und werden bei unspezifischen Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Aufgrund dieser Wirkung dienen Artischocken auch zur Herstellung verschiedener Liköre und Magenbitter.

Der hohe Anteil an Cynarin schützt und kräftigt die Leber.

Für Diabetiker ist interessant zu wissen, dass das in Artischocken enthaltene Stärke- ähnliche Inulin nur aus Fructose- Einheiten besteht, das von Körper zu Fructose abgebaut wird. Fructose, also Fruchtzucker, wird von Diabetikern zur Süßung verwendet, weil es dem Körper unter Umgehung des Insulinkreislaufes als Energiequelle dient.

Bekannt ist auch eine blutfettnormalisierende Wirkung, deren Mechanismus noch nicht eindeutig geklärt werden konnte. Sicher ist aber, dass auch hier der Inhaltsstoff Cynarin eine wichtige Rolle spielt.

Artischocken sind sehr kalorienarm.

Ein kulinarisches Erlebnis mit gesundheitsfördernder Wirkung!!!

GESCHICHTE


Die Artischocke wurde als Kulturpflanze bereits seit langer Zeit im östlichen Mittelmeergebiet angebaut. Schon 500 v. Chr. kultivierte man sie in Ägypten.

Die Wildform der Artischocke ist allerdings unbekannt. Gelegentlich wird fälschlicherweise Cardi (Cynara Cardunculus) als Wildform bezeichnet.
Richtig ist, dass sie eine nahe Verwandte der Artischocke ist.

Vermögende Römer schätzten die Artischocke als Delikatesse.
Etwa im 15. Jahrhundert begann die Ausbreitung des edlen Gemüses nach Frankreich und England.

Dem französischen Adel galt die Artischocke als Zeichen von Reichtum und
„savoir- vivre“. Vor allem wurde auch an die erotisierende Wirkung des Gemüses geglaubt.
Man nannte die Artischocke die „Königin der Gemüse“.  

Von Johann Wolfgang Goethe ist bekannt, dass er Artischocken aus seiner Heimatstadt Frankfurt am Main nachschicken ließ, wenn er sich auf Reisen befand.

Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig belegt. Wahrscheinlich leitet er sich vom arabischen „ardi- schauki“, was „Erddorn“ bedeutet, her.